Spiel, Sport, Spass
Tennisclub Küssnacht
, Fabian Duss

Tennisclub soll vom Bezirk ein Baurecht erhalten

Weil eine erneute Sanierung keinen Sinn macht, plant der Tennisclub Küssnacht (TCK) einen Neubau seines Clubhauses im Luterbach. Der Bezirk will ihm für alle Tennisanlagen ein sogenanntes Baurecht gewähren.

Seit 1982 dient dem TCK eine alte, mit viel Frondienst umgebaute und 2000 totalsanierte Postbaracke als Clubhaus. «Inzwischen fallen überall neue Renovationsarbeiten an», erklärt TCK-Präsidentin Jacqueline Radzuweit, als sie den ‹FS› durch das Gebäude führt. «Aber wenn wir es jetzt wieder renovieren, ist es wie ein Flickwerk.» Für den Verein ist angesichts der schlechten Bausubstanz klar, dass ein Neubau mehr Sinn macht. Darum kümmert sich aktuell eine fünfköpfige Arbeitsgruppe. «Ein Bauprojekt haben wir noch nicht ausgearbeitet, jedoch ein gutes Konzept», sagt der pensionierte Ingenieur Karl Linggi. Das neue Clubhaus soll zweistöckig sein. Von Platz 1 aus sollen die Garderoben und technischen Räume künftig ebenerdig erreichbar sein. Darüber sind ein öffentliches Restaurant, ein Aufenthaltsraum, ein WC und eine grosse, überdachte Terrasse vorgesehen. Aufs Dach kommen Sonnenkollektoren.

Ganzjahresbetrieb vorgesehen
«Heute läuft man mit den sandigen Schuhen durchs Restaurant in die Garderoben oder aufs WC, das wollen wir trennen», sagt Thomas Baumann, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört. Angesichts der Vereinsgrösse – der Tennisclub zählt über 600 Mitglieder – benötige man auch grosszügigere Garderoben. Die Grundfläche des Gebäudes bleibe aber gleich. Das bisherige Clubhaus ist kaum isoliert und nur mit Elektroöfen beheizbar. Auch das soll sich ändern. «Wir streben einen Ganzjahresbetrieb an», betont Jacqueline Radzuweit. Wie im Seematt, möchte der TCK nämlich auch im Luterbach mehrere Tenniscourts zu Allwetterplätzen umbauen, damit selbst im Winter draussen Tennis gespielt werden kann. Am Parkierungskonzept soll sich nichts ändern: Beim Clubhaus können einzig Fahrräder abgestellt werden, für Autos steht die neue Einstellhalle im Luterbach zur Verfügung.

Baurechtsvertrag statt Mietverträge 
Nun ist es allerdings so, dass der TCK nicht frei über die Tennisanlagen verfügen kann. Die 6523 respektive 1371 Quadratmeter grossen Grundstücke im Luterbach und Seematt gehören nämlich dem Bezirk. Der TCK kann sie im Rahmen zweier Mietverträge jedoch kostenlos nutzen. Der Bezirksrat nimmt jetzt die Neubaupläne des Clubs zum Anlass, die Nutzung der beiden Liegenschaften vertraglich auf neue Beine zu stellen: Beide Mietverträge sollen durch einen einzigen Baurechtsvertrag ersetzt werden. Die bestehenden Gebäude erhält der TCK kostenlos, nicht nur weil sie baufällig sind, sondern weil sie auch durch den Verein erstellt und unterhalten wurden. Auf einen Baurechtszins will der Bezirksrat im Sinne der Jugend- und Sportförderung verzichten. Aktuell zählt der TCK rund 180 Nachwuchsspieler.

TCK-Präsidentin Jacqueline Radzuweit betont, die Kurse seien stets voll und der TCK sei immer offen für Anfragen von Schulen oder anderen Vereinen. Ausserdem weist sie darauf hin, dass die beiden Plätze im Seematt auch von Touristen gemietet werden können.

150’000 Franken an die Baukosten
Der Baurechtsvertrag soll dem TCK Planungssicherheit für die nächsten 30 (Seematt) respektive 50 (Luterbach) Jahre geben. Im Falle des Seematts, wo sich die Tennisanlage auf zwei Spielfelder beschränkt, entspricht das der Mindestdauer eines sogenannt selbständigen und dauernden Baurechts. Den längeren Zeitraum für das Grundstück im Luterbach begründet Landschreiber Marc Sinoli damit, dass dieser für den Verein für die Amortisation allfälliger Hypotheken wichtig sei. Den Neubau wird der Verein nämlich weitgehend selbst stemmen. Die Arbeitsgruppe rechnet mit Kosten von gut einer Mio. Franken, woran sich der Bezirk mit 150’000 Franken beteiligen will. Der Betrag ist im Investitionsbudget 2024 enthalten, das an der Bezirksgemeinde vom 11. Dezember zur Genehmigung traktandiert ist. «In Anbetracht all der Beträge, die der Bezirk für vergleichbare Projekte bislang leistete, fand der Bezirksrat die 150’000 Franken als passend», erklärt Marc Sinoli. Ein Darlehen will der Bezirk dem TCK nicht gewähren. Jenes für die Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp AG im Rahmen der Seilbahnerneuerung sei eine Ausnahme gewesen, sagt Sinoli. Über den Baurechtsvertrag werden die Stimmberechtigten am 3. März 2024 an der Urne befinden. Dessen Eckpunkte werden in der Botschaft beschrieben. Wer den Vertragsentwurf oder weitere Unterlagen einsehen will, kann dies auf der Bezirkskanzlei tun. Sagen die Stimmbürger Ja, arbeitet der TCK ein Bauprojekt aus. Sein Ziel ist es, pünktlich zum 75-Jahr-Jubiläum des Vereins das neue Clubhaus einweihen zu können.

Quelle: Freier Schweizer, Lokalzeitung Küssnacht